[HowTo] Fritzbox mit vorgeschaltetem Modem (ST 510)

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[HowTo] Fritzbox mit vorgeschaltetem Modem (ST 510)

Beitragvon tomster » Mo 29 Jan, 2007 15:57

Augenscheinlich kann es bei (verhältnismäßig) schlechten DSL-Leitungsqualitäten mit dem eingebauten Modem der Fritzboxen zu Problemen bei der Synchronisation kommen. Ich zumindest hatte so ca. 100-150 Einwahlversuche mit vorausgegangenen Syncabbrüchen/ Tag. Also einen "un-surfbaren" Internetzugang.

Aus diesem Grund habe ich das eingebaute Modem deaktiviert und betreibe die FBF hinter dem von der TK AT mitgeliefertem Modem (SpeedTouch 510; geht aber sicher auch mit anderen). Dieses scheint nämlich deutlich toleranter und ich konnte zumindest meine Probleme eliminieren; auch wenn man gleichzeitig auf einige "Features" der FBF verzichten muss. Bevor ihr aber nun allzu schnelle Schlüsse zieht und in blinden Aktionismus verfallt, probiert es lieber vorher selber aus und klemmt die FBF ab und das Modem direkt an. Vielleicht haben eure Sync-Probleme ja eine andere Ursache (schlechte Telefondose, mangelhafte Verkabelung, etc.)

Vorbemerkung:

Lest Euch das HowTo bitte VORHER einmal komplett durch und fangt dann erst an das Gelesene umzusetzen!!!

Um die beiden Geräte zum Zusammenspiel zu bewegen muss man den eigentlich der FBF zugedachten Funktionsumfang etwas beschneiden und Teile dem Modem übertragen.

Dies wird bewerkstelligt, indem man das ST 510 als Router konfiguriert. In diesem Modus übernimmt das Modem selbst die Einwahl zum Provider. Im Umkehrschluß hat aber die FBF dadurch mit dem Verbindungsaufbau nichts mehr zu tun, und kann zwangsläufig auch keinen Einfluß mehr auf diesen nehmen. Angaben zu verbrauchtem Traffic, Onlinezeit, DSL-Information, etc. werden auf der FBF nicht mehr angezeigt und die Box kann die Verbindung auch nicht mehr trennen. Dies sollte aber bei Volumentarifen und Flat-Rates kein Problem darstellen.

Schritt 1 - Die Konfiguration des Modems:

Auf http://www.univie.ac.at/ZID/anleitungen-adsl/st510-router/ wird beschrieben, wie man das Modem zum Router umkonfiguriert (sichern der aktuellen Konfig nicht vergessen!). Prinzipiell kann man diese .ini-Datei 1:1 verwenden, wenn man bei sich ebenfalls das Default-Subnetz verwendet (10.0.0.0). Ich jedoch verwende 192.168.0.0 und habe daher das .ini-File mit einem Editor geöffnet und die entsprechenden Parameter auf mein Subnetz geändert.
Das ist in sofern wichtig, als dass die FBF bei "Internetzugang über LAN1" KEINE Routerfähigkeit mehr besitzt und daher das gesamte LAN das gleiche Subnetz verwenden muss wie vom Modem vorgegeben. Dem Modem habe ich deshalb die IP-Adresse 192.168.0.99 gegeben.

Wenn ihr die .ini aufgespielt habt und danach via Web-Interface auf das Modem zugreift, müsst ihr noch Eure persönlichen Zugangsdaten eingeben und nach einem "Save-all" sollte sich das Modem bereits eigenständig einwählen und die Internetverbindung bestehen.

Um sich eine Unmenge an Portforwardings zu ersparen habe ich unter "Standard-Server" die IP-Adresse meiner Fritzbox eingetragen (Beispiel 192.168.0.1). Damit steht die FBF in einer sogenannten DMZ (Demilitarized Zone) und sämtliche Anfragen von "Außen" werden vom Modem OHNE Firewall oder sonstigen Schutz an die FBF weitergeleitet. Unguter Nebeneffekt:
Das Webinterface der FBF ist nun auch von "auĂźen" erreichbar.
Vergebt bitte fĂĽr eure FBF unbedingt ein Passwort um zumindest den direkten Zugriff auf die Box von auĂźerhalb zu unterbinden!!!

Ich möchte noch erwähnen, dass diese Lösung sicher nicht der eleganteste, geschweige denn der sicherste Weg ist. Wie bereits erwähnt kann man nun nämlich auch von ausserhalb auf das Webinterface der FBF (klassisch über Port 80) zugreifen. Dies lässt sich aber umgehen, in dem man die FBF eben nicht als Standard-Server einträgt und die von der Box benötigten Ports, wie in unten stehenden Links beschrieben, vom Modem nur einzeln (eben ohne Port 80) freigibt. Welche Ports das sind sollte in einschlägigen Threads zu finden sein.

Schritt 2 - Einrichten der Fritzbox:

Ich setze voraus, dass ihr auf die FBF per Browser zugreifen könnt.
Als erstes mĂĽsst ihr die Expertenansicht aktivieren. "Einstellungen" -> "System" -> "Ansicht" -> "Expertenansicht aktivieren". Danach erscheint unter "Einstellungen" -> "Internet" das entsprechend erweiterte MenĂĽ.
Nun noch die Check-Boxen fĂĽr "Internetzugang ĂĽber LAN 1" und "Vorhandene Internetverbindung im Netzwerk mitbenutzen (IP-Client)" setzen. Danach stehen dann nur noch die Eingabefenster fĂĽr diese Betriebsart zur VerfĂĽgung. Ich vergebe fĂĽr die FBF eine feste IP-Adresse und lasse deshalb die Check-Box fĂĽr den DHCP-Server frei.

Eingetragen wird also:

IP-Adresse: 192.168.0.1
Subnetzmaske: 255.255.255.0
Standard-Gateway: 192.168.0.99
Primärer DNS-Server: [IP Eures Provider-DNS1]
Sekündärer DNS-Server: [IP Eures Provider-DNS2]

"Ăśbernehmen" anklicken und die FBF mit dem Modem mittels Netzwerkkabel verbinden. In meinem Fall steckt das Kabel vom Modem NICHT in LAN1, sondern in LAN2. Aber das sollte eine Marginalie sein.

Bitte beachtet, dass FBF und Modem im gleichen Subnetz stehen mĂĽssen, sonst geht gar nix. So, nun seid ihr eigentlich fertig.

Nebenbei ist anzumerken, dass einige Features der Box mit diesem Set-Up nicht mehr funktionieren. Als wichtigster Punkt (neben den o.g. Spielereien) dürfte dabei das Port-Forwarding gelten. Seltsamerweise wird nämlich auf der FBF die Portforwarding-Funktion bei "Internetzugang über LAN 1" komplett deaktiviert und steht somit nicht mehr zur Verfügung. Wenn ihr also bestimmte Ports Forwarden wollt, müsst ihr diese direkt auf dem Modem eintragen. Wie das geht steht hier:

http://xDSL.at/new/viewtopic.php?p=2420 ... ht=#242085
http://xDSL.at/new/viewtopic.php?p=2510 ... 510#251059
http://xDSL.at/new/viewtopic.php?t=3331 ... nat+create

Zum Anschluß weiterer Clients stehen die verbleibenden Ports der FBF selbstverständlich weiterhin zur Verfügung. Ich habe auf sämtlichen Rechnern feste IP-Adressen vergeben und als Gateway/DNS-Server die FBF (192.168.0.1) vergeben. Damit bleibt (glaube ich) zumindest das Traffic-Shaping/QoS der FBF für die Internettelefonie erhalten.
tomster
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